Das war die MEDICA 2016

So kommunizierte die MEDICA 2016

Als Tuttlinger Agentur im Weltzentrum der Medizintechnik ist es für uns wichtig, zu sehen was umtreibt die Branche, was gibt es für neue Trends und wie kommunizieren die einzelnen Unternehmen überhaupt mit ihren Interessenten oder Kunden? Dafür eignet sich eine Messe natürlich hervorragend. So kam es, dass ich als Inhaber von philippreiss die Messe MEDICA 2016 in Düsseldorf, welche natürlich die größte Medizinmesse der Welt ist, besuchte. Der Instrumenten- und Chirurgiebranche also gerecht werdend, habe ich mich auf den Weg gemacht und die Kommunikation der Unternehmen vor Ort angeschaut. Dabei sind mir natürlich erhebliche Unterschiede aufgefallen. Diese müssen nicht unbedingt mit der Größe eines Unternehmens zu tun haben, sondern viel mehr mit der Auffasung von Design und den kulturellen Unterschieden und dem damit einhergehenden Auftreten.

Einige Tipps und Besonderheiten will ich Ihnen in diesem Beitrag schildern, so dass Sie diese bestimmt nächstes Jahr auf der MEDICA 2017 umsetzen können.

Bildschirme und Interaktion direkt auf dem Stand

 

Ein sehr beliebtes Gimmick, wurde fast an jedem Stand verwendet, war der Bildschirm. Ob als Tablet oder einfach ein Screen, es war fast überall etwas Animiertes oder Gefilmtes zu sehen. Das meine ich jetzt auch gar nicht negativ, aber einiges gibt es dabei zu beachten. Wenn ein Interessent bei Ihnen  z. B. mit einem Tablet interagiert, dann ist das zunächst die höchste Form der Kommunikation. Denn sie/er hat sich aus Interesse selbst mit Ihren Produkten/Dienstleistung beschäftigt. Genau das ist es, was man heutzutage im Marketing erreichen will, nämlich das Kunden/Interessenten zu „Fans“ konvertieren. Aber dann lassen Sie sie oder ihn auch ein Fan werden! Überzeugen Sie sie/ihn von Ihrem außergewöhnlichen Produkt oder Ihrer super Dienstleistung und zeigen Sie es ihr/ihm auch durch Ihre Kommunikation. Häufig habe ich Tablets gesehen, welche starr im Hochformat am Stand montiert wurden. Soweit so gut, die firmeneigene App war auch perfekt eingerichtet und funktionierte super. Wollte man aber dann den hauseigenen Imagefilm oder ein Erklärfilm eines Produktes sehen,  war durch das Hochformat des Tablets kaum etwas erkenntlich, da nur noch die Hälfte des Bildschirms zur Verfügung stand und der Rest mit schwarzen Balken ausgefüllt wurde. Stichwort: Filme im 16:9 Format – also quer! So etwas ist doch ärgerlich. Sie haben extra einen hochwertigen und aufwändigen Film, oder gar Filme, produzieren lassen und können diese nicht optimal darstellen, der Text wird unleserlich etc. Auch die Länge gilt es bei solchen Medien zu beachten. Der Besucher hat eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne. Ob sie/er sich einen kompletten Erklärfilm vom Rohling zur Zange von 26 Minuten anschauen wird ist fraglich. Zumal dieser dann oft in einer Endlosschleife durchläuft und man nur mit Glück direkt am Anfang dazu stößt. Als Kundenstopper natürlich hervorragend. Dann muss aber auch der direkte Kontakt mit einer netten persönlichen Ansprache stattfinden.

Insgesamt muss man sagen, war eine digitale Präsenz in Form von Video & Animation hervorragend gelöst und spricht auch für die Qualität, die in dieser Branche herrscht.

Klassische Kommunikation

Im Print-Bereich gab es einige Unterschiede. Bei vielen Ständen hat man ohne direkten Kontakt mit einem Mitarbeiter gar nicht die Möglichkeit, nähere Informationen zu ihren Produkten/Dienstleistungen zu bekommen. Bei anderen Unternehmen liegt alles frei zugänglich direkt an den Gängen aus, so dass sich jeder bedienen kann. Meiner Meinung nach hat beides Vor- und Nachteile. Wenn Sie als Unternehmen nur durch persönlichen Kontakt Informationen preis geben, haben Sie wahrscheinlich den qualifizierteren Interessenten, verlieren aber die, welche sich „vielleicht“ auch für Ihre Produkte interessieren „könnten“, aber zu schüchtern sind. Andererseits haben Sie so nicht den brühmten Streuverlust, da Sie schon klar vorher „selektieren“ können, wer ist wirklich ein Interessent für Sie. Dies ist eine strategische Überlegung, in die bestimmt auch Produkt-/Servicegeheimnissen eine Rolle spielen und verständlicher Weise will man sich bei einer Innovation nicht direkt von der Konkurrenz in die Karten schauen lassen.

 

Dies zur Strategie, wie sahen die Kommunikationsmittel im Allgemeinen aus? Ich sage mal, die üblichen Verdächtigen. Kataloge, Flyer, Broschüren etc. Auffallend war, dass gerade große Unternehmen nicht mehr nur einen all umfassenden Katalog hatten, sondern spezielle Broschüren oder Flyer zu genau diesem Produkt oder der Dienstleistung. In diesen waren auch nur die notwendigsten Informationen, die der Interessent braucht um vergleichen zu können. Es wurde also mehr Wert auf den Service/Beratung vor Ort gelegt, als auf die Informationsflut, die den Interessenten womöglich in totaler Überforderung alleine dastehen lässt. Dies geht bestimmt nicht bei allen Medizintechnik-Branchen, könnte aber ein kleiner Denkanstoß für neue Ideen für Sie sein.

 

Von der Papiersorte her wurde bei den meisten Printprodukten ein gestrichenes Papier verwendet. Herausgestochen sind aber Produkte mit mattem Naturpapier. Also ein Papier dass sehr „rau“ ist, sich aber angenehm warm anfühlt. Diese Eigenschaft wurde meist noch hochwertig mit einer Veredelung gekürt. Als häufigste wurde dabei der Spotlack, also ein partiell ausgetragener Lack verwendet. Wichtig dabei ist, dass dieser auch wirken kann/darf! Er muss seine Funktion als Verstärker wahrnehmen können und die Kommunikation unterstützen. Haben viele Unternehmen geschafft, aber leider nicht alle.

 

Grafiken

 

Unternehmen mit einem mutigen Design stachen natürlich aus der Masse heraus. Oft wurde mit einer vollflächigen Farbe gearbeitet, oder es kamen Illustrationen zum Einsatz. Illustrationen haben einen Vorteil gegenüber Fotos, sie können komplexe Vorgänge darstellen. Das ist bei einem Foto so ohne weiteres nicht möglich. Viele Unternehmenhaben sich diese Eigenschaft schon zu Nutze gemacht und in Ihrer Bildsprache eingebunden. Allgemein gilt zu sagen, dass Illustrationen, gerade im Branding zunehmen werden. Dies ist also ein Trend, der für die Zukunft weiter zu beobachten ist.

 

Messestand

 

Freiraum, wenig komplexe Grafiken, zeitloses Design, Einsatz von modernster Technik, so waren Messestände dieses Jahr in meinen Augen aufgebaut. Die Zeit, in der die Wände mit (meist geschwungenen) Grafiken voll waren sind endgültig vorbei. Sehr viel Weißraum, große moderne Schrift mit minimaler Einsatz von Lichtelementen, das war angesagt. Persönlich finde ich diesen Trend gut, denn er rückt wieder den Blick des Betrachters auf das Wesentliche, nämlich Ihre Produkte oder Dienstleistungen!

Die direkte Kommunikation

Erstaunlicher Weise wurde ich kaum direkt angesprochen und das obwohl ich Interesse, zumindest an der Kommunikation des Unternehmens, gezeigt habe. Hier könnte man durch eine offenere, direktere Art noch mehr herausstechen. Vielleicht lag diese „Müdigkeit“ auch daran, dass es der letzte Tag der Messe war, aber gerade da kann man noch einmal richtig Attacke geben! 🙂 Was mir auch aufgefallen ist, bei Messeständen Unternehmen mit Hauptstandort auf dem asiatischen Kontinent, es wurde unwahrscheinlich viel in das eigene Handy/Laptop/Tablet geschaut oder gar mit der Familie am Messestand geskypt! Für mich ist so etwas ein Unding! Zeitverschiebung hin oder her, Sie sind dort um einen Auftrag zu erfüllen und der ist mit potentiellen Kunden in Kontakt zu kommen. Ob die auf Sie zukommen, wenn Sie mit dem Handy am Stand daddeln glaube ich kaum. Da muss das Interesse schon sehr sehr groß sein!

Kundenbindung-/auswertung

Persönlich habe ich wenig neue Techniken zur Auswertung oder Bindung potentieller Kunden gesehen. Es war immer noch der klassische Kontaktblock vorhanden. Dabei könnte man so etwas digital sehr einfach und elegant lösen. Vielleicht für nächstes Jahr merken! 😉

Fazit

Insgesamt gab es viele Unternehmen, die mit der MEDICA 2016 zufrieden waren, aber so ziemlich alle haben mir bestätigt, dass die Besucherzahl insgesamt schon deutlich zurück gegangen ist. Die MEDICA selbst gibt die Besucherzahl mit 127 800 Besuchern an. Dem stehen letztes Jahr 130.000 Fachbesuchern und 2014 mit 128.500 Besuchern gegenüber. Die MEDICA wird aber weiterhin die weltgrößte und wichtigste Messer der Medizin bleiben. Um Potentielle Kunden jedoch auf sich aufmerksam zu machen, reicht es nicht mehr nur noch ein qualitativ hochwertiges Produkt zu haben, sondern es muss auch die Kommunikation mit Ihren Interessenten stimmen.

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über den Autor

Hi, mein Name ist Philipp Reiß und ich bin der Inhaber von philippreiss. Ich schreibe in diesen NEWS über Themen die mich und philippreiss beschäftigen. Hauptsächlich sind das Inhalte die sich mit Marketing, Branding und Kommunikation befassen.